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Wie funktioniert das Sandstrahlverfahren?

Im Sandstrahlverfahren beruht auf dem Prinzip der kinetischen Präparation. Dabei wird Aluminiumoxydpulver (Pulvergrösse 27 oder 50 Mikron) gezielt mittels einer feiner Düse auf den Zahn geschossen, welches Zahnhartsubstanz, Karies und Zahnstein je nach Pulvermenge (2-8 Gramm pro Minute) und Druck (3-10 bar) abträgt. Das Operationsmikroskop ermöglicht dem Behandler, einen genauen und sanften Substanzabtrag am Zahn vorzunehmen, ohne dass er berührt werden muss. Eine spezielle Absauganlage mit Wasser- und HEPA-Filter (Big Power Staubsauger, Italien) sorgt für den unmittelbaren und raschen Abzug des Pulvers.
 

Indikationen des Sandstrahlgerätes:

Das Sandstrahlverfahren ist heute in Europa nahezu unbekannt. In den USA erfreut es sich seit 1990 einer grossen Beliebtheit und ist sehr verbreitet, weil es enorme Vorteile bietet für:

Patienten:
Kein Bohren mit Vibrationen und Geräuschen mehr, keine Nebeneffekte wie Dröhnen im Kopf
Keine Schmerzen mehr, maximal ein Kältegefühl
Keine Spritzen in 80-90% der Fälle mehr nötig
Keinen Stress mehr, weil obige Punkte wegfallen
Zähne können kostenbewusst, zahnschonender und somit länger erhalten werden
Ideal für Patienten mit Angst vor Spritzen / Schmerzen / Zahnarzt / Bohren, egal welchen Alters, insbesondere für Kinder empfehlenswert
Zahnarzt:
Dank dem Operationsmikroskop und PrepStart-Gerät bestes Qualitätsmanagement, weil Zahnarzt sieht, was er wie macht (siehe Mikrodentistry)
Kein Pfeifen, Zischen und Sausen mehr, nur das Flüstern der Absauganlage (weniger Hörschäden)
Viel weniger Spritzen nötig und somit weniger Komplikationen bei Patienten (Herz & Kreislauf)
Viel weniger Stress mehr, weil obige Punkte wegfallen
Es können Stellen erreicht und behandelt werden, wo normale Ausrüstung nicht hinkommt
Zahn:
Berührungsfreies Präparieren verhindert unnötige (Mikro-) Frakturen und Defekte am Zahn
Keine Hitzeentwicklung und somit Schädigung des Nervs
Minimaler Substanzverlust mit maximaler Anrauhung der Oberfläche, somit maximale Haftung der Füllung
Bestmögliche Schonung und Sanierung bestehender Füllungen und Restaurationen am Zahn (Komposit-füllungen, Keramik- oder Goldinlays, -Kronen usw.)

Zahnmedizinische Anwendungen des Sandstrahlverfahren

  • Minimalinvasive Präparationstechnik für Mikrofüllungen mit Komposits
  • Tunnelnde Präparationstechnik bei approximaler Karies (Schonung des Randwalls)
  • Freistrahlen und Inspektion verdächtiger Restaurationsränder
  • Reinigung von Kavitäten mit Entfernung von Füllungsresten, Koronaler Leaguge, Zementresten, Unterfüllungsmaterialien, Verfärbungen und Karies
  • Anrauhung des Dentins bei der Versorgung von keilförimigen Defekten am Zahnhals
  • Vorbereitung von Fissurenversiegelungen
  • Freistrahlen von parapulpären Stiften und Wurzelstiften
  • Anrauhung und Reinigung der Zahnoberflächen für die Klebetechnik

Schutzmassnahmen beim Sandstrahlverfahren

Die adäquate und richtige Vorgehensweise des Behandlers und der Dentalassistentin umfasst verschiedene Massnahmen, wie 1) Verwendung von Lupenbrille oder noch besser Operationsmikroskop, 2) Schutz der Augen und Nase der Beteiligten mit Brillen und Masken, 3) Verwendung von Kofferdam / Stahlmatizen / Retraktionsfaden am Patienten, 4) vorsichtige / ruhige / indikationsgerechte Handhabung der Airabrasion-Gerät mit Handstück durch den Behandler und 5) Verwendung der geeigneten Absaugvorrichtung Big Power Staubsauger. Dadurch wird gewährleistet, dass sowohl der Patient, wie auch das Praxisteam gut und sicher ist.

Kontraindikationen des Sandstrahlverfahrens:

So gesehen gibt es keine direkten Kontraindikationen. Selbst wenn der Patient, Glasperlen oder Aluminiumoxydpulver schluckt oder in den Mund kriegt, schafft sich das Material wieder innert Stunden oder Tagen aus dem Gewebe. Bei Patienten mit chronischen oder akuten Asthma, Atembehinderungen oder schwerem Husten, sehe ich von der Anwendung des Sandstrahlens ab, um den Patienten nicht unnötig zu belasten.

Leichte Komplikationen können beim Patienten in Form von blutender Gingiva, Wange oder Zunge durch Glasperlen entstehen. Durch gutes Abdecken mit Kofferdam oder Plastiktupfer (sog. Trytipps) kann dies witegehend verhindert werden. Nach 2-3 Tagen verschwinden solche Irritationen. Schwere Komplikationen können bei Taschenbehandlungen (Deep Scaling) mit Glasperlen im wangen- und zungenseitigen Ginigvabereich vorkommen, indem Pressluft tief in den Sulkus (Übergang Zahn-Zahnfleisch-Knochen) gelangt. Um solchen sog. "Luftemysem" vorzubeugen, sollte der Patient bei solchen Behandlungen (Parodontaltaschen-Behandlungen) vorgängig mit Antibiotika abgeschirmt und geschützt werden.